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16.07.2017 Frank Kremer ist jetzt ein Eiger-Ultra-Trail-Runner

Da muss man nicht lange suchen, um es auch so gleich zu wissen: Frank Kremer ist der erfolgreichste und ausdauerndste Ultralangstreckenläufer der in 48 Jahren des Vereinsbestehens je für die VLG Eisenbach an den Start gegangen ist.

Nach dem Frühjahrsklassiker über 50 KM durch die Marburger Lahnwiesen, dem Rennsteiglauf über 73,5 KM lockte jetzt der 6. Eiger Ultra Trail über 101 KM in Grindelwald in der Schweiz mit insgesamt 6.700 Höhenmetern. Das ist eine Dimension die bei keiner Bergetappe der Tour de France auch nur annähernd erreicht wird.

Unter 750 Läufern aus 41 Nationen von denen weniger als 500 das Ziel erreichten, belegte Frank den 106. Platz in der Wertung Senioren I mit einer Endzeit von 21:45:30 Stunden.

B.F.

Hier sein Bericht:

Um 4.30 h fiel in der Dorfmitte von Grindelwald in der Schweiz der Startschuss zum 6. Eiger Ultra Trail über 101 KM. Die ersten 10 KM führten hinauf zur „ großen Scheidegg „. Diese Etappe mit 950 Höhenmetern ( HM ) war mir bereits aus 2015 bekannt und wirkte bei den doch kühlen Temperaturen recht erwärmend.

Als wir uns von dort auf den Weg in Richtung „ Faulhorn – 2.681 M „ ) zur ersten Gipfelüberquerung machten, mischte sich eine Herde grosser Bergziegen unter uns Läufer und begleitete uns fast 10 KM zu einer saftig grünen Bergwiese. Jetzt begann das ständige auf und ab dieses Trails. Sobald man eine Zwischenstation von weitem sehen konnte, ging die Reise etliche Kilometer steil bergab um unten angekommen, sofort wieder steil nach oben zu führen. So konnte es passieren, dass man eine Zwischenstation quasi 100 Meter vor sich liegen sah, aber fast 8 KM mit 700 HM laufen durfte, um diese zu erreichen.

Vom Gipfel des „ Faulhorn „ ging es jetzt fast 20 KM mit 1.800 negativen HM ins Tal, immer wieder unterbrochen durch kilometerlange Bergauf – Passagen. Die Bodenbeschaffenheit wechselte zwischen Geröllfeldern, Felsplatten, Treppen und Wurzelpassagen. „ Wie habe ich die Laufwege im Eisenbacher Wald vermisst „. Jetzt habe ich bei KM 55 das „Mittellager „ erreicht und gönne mir erst einmal eine schöne Portion Spaghetti mit Tomatensauce. Nach der Mahlzeit stelle ich fest, dass der jetzt beginnende Teil der Strecke für mich neu ist und so machten mir die nächsten 8 KM in Richtung Wengen mit 400 HM nichts aus, war ich doch freudig erregt auf das, was jetzt kommen sollte. „ Wengen, Bergankunft Männlichen „, da hat jeder Respekt vor, sind es doch 1000 HM auf den nächsten 7 KM der Laufstrecke. Ein unfassbares Erlebnis, dessen Dimension mir erst klar war, als ich mich von oben in Richtung Wengen umschaute. Unbeschreiblich. Nun begann eine laufbare Strecke zur „ kleinen Scheidegg „ mit dem schon bekannten Schlenker vor der Station hoch zum bekannten „ Lauberhorn „. Kräfteraubend, aber schön. Mein Laufkollege Reiner Trost aus Hollese und ich hatten hier unser Ziel erreicht, der Trail am „ Eiger - Gletscher „ noch mit Tageslicht laufen zu können, was in dieser Mondlandschaft durchaus von Vorteil ist. Was jetzt kam, ist eine Höchstanforderung an Kraft und Konzentration, die ich in meinem bisherigen Leben noch nicht gekannt hatte. Die letzten 15 KM durch Felsen, über Sturzbäche, halbmeterhohe Stufen und Baumwurzeln, im Kegel einer Stirnlampe zu laufen, war echtes Neuland für uns beide, sodass wir für diese Etappe fast 4 Stunden gebraucht hatten.

Die Zielankunft in Grindelwald war grandios und entschädigte für all die erduldeten Strapazen. Alle Lauffreunde mit Begleitern aus Lindenholzhausen und viele andere, feierten uns und all die, die noch kamen, wie echte Sieger. Mein Ergebnis war für mich zweitrangig. 21:45 Stunden, Platz 296 in der Gesamtwertung und Platz 106 in der Altersklasse von 750 gestarteten aber weniger als 500 Finishern im Ziel, stellten mich dennoch zufrieden.

Frank Kremer








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